Salina di Cervia

Die Salinen von Cervia

Die Salinen von Cervia – der Zauber einer Landschaft zwischen Natur und Kultur

827 Hektar Schönheit und Faszination, über 2.000 Flamingos und 100 Vogelarten – gerade mal 1.600 Meter von der pulsierenden Adriaküste entfernt, liegt eine ganz eigene Welt. Mit ihrem Netzwerk aus Kanälen, die zusammen 46 km ergeben, sind die Salinen von Cervia ein Park, wie es ihn an der oberen Adria kein zweites Mal gibt. Ein gigantischer Spiegel aus Wasser und Salz, der die unauflösbar an die Traditionen dieses Orts geknüpfte Geschichte und Kultur erzählt.
Seine reiche Tierwelt macht die Salinen zu einem Gebiet von hohem landschaftlichen Interesse; in der Ramsar-Konvention werden sie zu den Feuchtgebieten von internationaler Bedeutung gezählt. Seit 1979 ist der Park auch ein staatliches Naturschutzgebiet des Tierbestands, wichtig für das Überwintern von Wasservögeln und für den Nestbau von Zug- und anderen Vögeln.
Ein natürliches Ambiente wie das der Salinen von Cervia, in dem eine ausgewählte, hochspezifische Flora und Fauna zuhause ist, die unter extremen Konditionen zu überleben gelernt hat, gibt es von dieser Größe sonst kein zweites Mal an der oberen Adria. Das gilt für die Wasserhöhe, die meistens nur wenige Zentimeter beträgt, genauso wie für die hohe Salzkonzentration (über 150 ‰) – in diesem Ambiente gedeihen spezifische Lebensformen, die sich perfekt in dieses einzigartige Ökosystem eingefügt haben.
Egal ob Sommer oder Winter: Die Szenerie, die sich hier speziell zum Sonnenuntergang ausbreitet, verzaubert jeden Beobachter. Es ist eine Welt, die nur scheinbar in der Bewegungslosigkeit verharrt. Die Salinen laden zu einem Besuch ohne Ziel und ohne Zeit ein. Am besten lässt man es entspannt angehen, idealerweise auf dem Fahrrad. Und schon findet man sich, nur einen Katzensprung von der Küste entfernt, in einer völlig anderen Welt wieder. Im Sommer finden geführte Touren statt, bei denen man den verschiedenen Aktivitäten im Rahmen der Salzernte zusehen kann. Die findet noch wie in früheren Zeiten von Hand statt und mit der Hilfe von hölzernen Gerätschaften. Bei den Führungen erklären die Salzarbeiter, was sie tun, und erzählen von den Eigenschaften des Salzes aus Cervia, das als „süßes Salz“ gilt, weil sich hier wegen des Klimas und der täglichen Ernte keine Bitterstoffe bilden können.
Natürlich fragt man sich, wie es möglich war, dass mitten in der Freizeitindustrie und den mondänen Vergnügungsangeboten der Küste wie in einer Seifenblase so viel natürliche Schönheit entstehen konnte.  Die Antwort findet sich in der niedrigen und lehmigen Küstenlandschaft: Hier herrschten perfekte Bedingungen, damit das mit Hochwasser hereinschwappende Meereswasser in großen Salinen aufgefangen werden konnte. Das Wasser blieb in künstlichen Becken stehen, verdunstete unter der Sonne – und ließ dünne Salzschichten zurück.
Im Laufe der Jahre hat sich freilich Einiges geändert. Von den 155 bis in die Fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts aktiven Salinen ist nur eine im Originalzustand erhalten geblieben, die Camillone-Saline. Denn die Industrialisierung in der Salzgewinnung führte dazu, dass all die anderen kleinen Salzfelder zu großen Verdunstungsbecken zusammengelegt wurden. Die „maschinelle“ Salzernte findet in der zweiten Augusthälfte statt, während die von Hand betriebene Ernte in der Camillone-Saline schon Mitte Juni beginnt. Bei gutem Wetter dauert sie bis Mitte September. Das Camillone-Salz ist seit 2004 ein Slow-Food-Präsidium.
emila romagna turismo
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